14. September 2010

Schüler und Lehrer der Overbeckschule
Großer Andrang herrschte heute in der Synagoge Roonstraße. Knapp 40 Schülerinnen und Schüler der Städtisch Katholischen Grundschule Overbeckstraße wollten die Lesung der Synagogen-Gemeinde Köln über Erziehung im Judentum hören. Die erste aufregende Neuigkeit für die mehrheitlich christlichen und muslimischen Kinder: Alle Jungen müssen vor Betreten der Synagoge ihren Kopf bedecken, am besten mit einer sogenannten Kippa (Käppchen, auf dem Hinterkopf zu tragen).

Warum trägt man in der Synagoge eine Kopfbedeckung?
Auf die Frage “Warum?”, erklärte Vorleser Winfried Günther: “Wir Juden erweisen Gott Ehre, indem wir in unserem Gotteshaus eine Kopfbedeckung tragen. Das ist genau umgekehrt wie bei christlichen Jungen und Männern, die in der Kirche aus Respekt vor Gott Hüte und Kappen abnehmen”. Orthodoxe jüdische Frauen hingegen, so erfuhren die Grundschulkinder, tragen erst nach der Heirat eine Kopfbedeckung in der Synagoge: “Wir sehen das weibliche Haar als Symbol der Schönheit. Solange eine Frau noch nicht verheiratet ist, darf sie in der Synagoge mit ihrer Schönheit um einen Gatten werben.”
Der Vorlese-Text befasste sich mit der Erziehung von Kindern im Judentum. Er erklärte aber auch, wie Eltern sich ihren Kindern gegenüber zu verhalten haben. Zum Beispiel sei ein Vater verpflichtet, seinen Kindern ein Handwerk beizubringen. Er darf die Kinder nicht schlagen und auch nicht zur Hochzeit mit einem bestimmten Partner zwingen. Die jungen Zuhörer hatten zahlreiche Nachfragen und es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Winfried Günther erklärte den Kindern geduldig das Gotteshaus bis ins Detail: den siebenarmigen Leuchter, den Davidstern, die Gesetzestafeln.

Die Lesung

Die Schüler hören gespannt zu

Winfried Günther erklärt den Schülern die Synagoge
Besonders beeindruckend fanden die Grundschüler, dass man in der Synagoge Sitzplätze auf ein Jahr mieten kann, weswegen sich an nahezu jeder Sitzgelegenheit ein Namensschild findet. Erstaunte “Boah”-Rufe erntete Herr Günther auch für die Information, dass der “Tora” genannte Teil der hebräischen Bibel auf einer Schriftrolle niedergelegt ist – 12 Meter lang und von Hand geschrieben! Im Zeitalter von PC und Laptop für die Kinder kaum vorstellbar!

Winfried Günther zeigt den Schülern eine Tora

Die Overbeckschule trägt sich im Gästebuch der Synangoge ein
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13. September 2010

Buddhist Werner Heidenreich und Kinder der Aktiven Schule Köln

Die Lesung
Buddhist Werner Heidenreich von StadtRaum Köln ging heute mit den Schülern der Aktiven Schule Köln auf Indien(lese-)reise. Thema war die Geburt Buddhas. Zunächst zeigte Werner Heidenreich den Grundschülern ein Abbild Buddhas, erklärte seine Kleidung und was es mit den großen Ohrläppchen auf sich hat.

Werner Heidenreich zeigt den Kindern Buddha
Gemeinsam entdeckte die Leserunde Indien auf dem Globus. “2500 Jahre ist folgende Geschichte alt…”, begann der Vorleser und die jungen Zuhörer lauschten gespannt, wie Prinzessin Maya von einem weißen Elefanten träumte und Buddha in einer stehenden Geburt zur Welt brachte. Natürlich durften auch die Kinder von ihren Träumen erzählen. Auf die abschließende Frage, was für sie Glückseligkeit bedeuten würde, waren sich fast alle einig: Wenn man im Bett liegen bleiben und ausschlafen darf!

Die Welt in den Händen

Lies für Toleranz!
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09. September 2010

"Lies für Toleranz!" im Shambhala Meditationszentrum
„Alle Wesen haben das Bestreben glücklich zu sein und alle anderen glücklich zu sehen, darum geht es im Buddhismus“, erklärte Jörn Wieland, Direktor des Shambhala Meditationszentrum Köln zu Beginn der Lesung. Zwei Gruppen, Schüler der Johann-Amos-Comenius Hauptschule Porz und Kinder der KiTa Rolandstraße e.V., lauschten den Texten der Buddhisten.
Die Kinder- und Jugendbeauftragte Katja Riesler las den Kita-Kindern das buddhistische Märchen „Vom Büffel, der nur ein Horn hatte“ vor. Arnd Riesler, Shastri (= Lehrer) im Shambala Zentrum, zeigte den kleinen Zuhörern anschließend, wie man meditiert. Die Kleinen lauschten dem langgezogenen, beruhigenden Ton des Gongs und erfuhren so, wie man intensiv Atem und Herz spüren und auf diese Weise Entspannung finden kann. Jeder Mensch hat ein gutes Herz! nahmen die Kindergartenkinder als Botschaft mit nach Haus.
Die bunt gemischte Schülergruppe (zwölf bis 18 Jahre alt) aus Porz begann den Vormittag mit einer Meditationsübung. Anschließend las Katja Riesler den Schülern Texte der buddhistischen Nonne Pema Chödrön aus dem Buch „Die Weisheit der Ausgeglichenheit“ vor. Dann unterhielten sich die Schüler mit den Buddhisten angeregt über die in den Texten aufgeworfenen Themen „Shamata“ (= Ruhe), „Erwachsen werden“ und „Disziplin“. Zwischendurch verhalfen weitere Meditationsübungen immer wieder zu neuer Ruhe. Ausgeglichen kehrten die Schüler in die Schule zurück.

Beim Meditieren mit dem großen Gong

Schüler der Johann-Amos-Comenius Hauptschule Porz

Katja Riesler liest den KiTa-Kindern vor

Kinder der KiTa Rolandstraße e.V. lauschen einem buddhistischen Märchen
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06. September 2010

Pastor Josef Felix Gnatowski, Vorleserin Tanja Werner, Sandra Ihm vom Organisationsbüro Der Deutsche Vorlesepreis, Kita-Leiterin Hildegard Müller und die Kinder der Kita Heilig Kreuz
Die Schöpfungsgeschichte aus christlicher Sicht war heute Thema in der Katholischen Kindertagesstätte Heilig Kreuz. Vorleserin Tanja Werner startete den Nachmittag mit dem entsprechenden Text aus einer Kinderbibel und erzählte Kindern und Erwachsenen, wie Gott die Welt in sieben Tagen schuf. Eine selbstgebastelte, kleine Tierwelt mit unterschiedlichen Figuren – buchstäblich “die Schöpfung zum Anfassen” – ließ die 5- bis 6-Jährigen die Geschichte noch besser verstehen. Auch beim zweiten Teil der Lesung mit dem Buch “Der kleine Gott und die Tiere” hörten alle gespannt zu.

Tanja Werner liest "Der kleine Gott und die Tiere"
So erfuhren die Kinder auf spielerische Weise, welche Artenvielfalt aus der Schöpfung der Tiere hervorging. Danach durften alle bei der Gestaltung von Malvorlagen selbst kreativ werden.

Kita-Kinder malen die Schöpfung
Die fertiggestellten Bilder werden in der Kita ausgestellt, zusammen mit einem Plakat, auf dem sich die Kinder verewigen durften.

Das Plakat zu "Lies für Toleranz!"
Unterstützt wurde die Lesestunde von Kita-Leiterin Hildegard Müller und von Pastor Josef Felix Gnatowski. Wir danken allen Beteiligten für ihr Engagement!.
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05. September 2010

Vorleser Pastor Josef Felix Gnatowski
Um 11:00 Uhr hatte die Katholische öffentliche Bücherei St. Quirinus und Salvator heute zur ersten Lesung von “Lies für Toleranz!” im Clubhaus Salvator eingeladen. 20 Kinder und Erwachsene waren trotz Sonnenwetter gekommen, um die Geschichte des Kuschelhasen Felix (“Felix bei den Kindern dieser Welt”) zu hören, der fremde Länder bereist um verschiedene Kulturen und Religionen kennenzulernen.Veranstalterin und Bibliotheksleiterin Hildegard Hundertmark erklärte den jungen Zuhörern: „Es ist wichtig, dass wir viel über andere Länder lernen, damit wir sie auch besser verstehen“. Vorleser Pastor Josef Felix Gnatowski ließ die Kinder immer wieder verschiedene Länder aus der Felix-Geschichte auf einem Globus zeigen und setzte Hilfsmittel ein um das Gehörte zu veranschaulichen. Besonders spannend war natürlich der jüdische Leuchter, der gemeinsam angezündet wurde.

Vorlesung im Clubhaus Salvator der KÖB St. Quirinus und Salvator
Michael Profitlich, Leiter der Kindertagesstätte St. Quirinus und Salvator, untermalte die Lesung mit christlichen oder hebräischen Liedern. Auch das jüdische Spiel “Dreidel”, bei dem Süßigkeiten gewonnen wurden, fand großen Anklang. Insgesamt eine sehr schöne, poetische Reise in die Welt der Kulturen und Religionen für Klein und Groß.
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02. September 2010

Artikel 26 der Menschenrechte garantiert das Recht auf Bildung. Intoleranz entsteht durch Nicht-Bildung. Deshalb müssen wir uns für mehr Bildung engagieren, wenn wir eine tolerante Gesellschaft wünschen!” Buddhist Werner Heidenreich brachte die Forderung aller Teilnehmer beim Auftakt von “Lies für Toleranz!” auf den Punkt.
Mit Lesungen religiöser Schriften und Diskussionen wollen Gläubige der Weltreligionen fünf Wochen lang für gegenseitiges Verständnis und für mehr Lese-Bildung werben.
Ihr Finale erlebt die einzigartige Aktion am 8. Oktober bei der Preisverleihung “Der Deutsche Vorlesepreis 2010″ in der Kinderoper Köln.
Beim Start von “Lies für Toleranz!” im Excelsior Hotel Ernst in Köln kündigte Rafet Öztürk (DITIB) noch vier bis fünf zusätzliche Vorlese-Events in Kölner Moscheen ein, zu denen er alle Kinder und Erwachsene herzlich einlud (Termine demnächst auf dieser Website).
Monsignore Rainer Fischer erklärte, sich für eine besondere Veranstaltung im Kölner Dom einsetzen zu wollen.
Auch Rabbiner Jaron Engelmayer sowie Dr. Konstantinos Vliagkoftis werden in der Synagoge in der Roonstraße bzw. in der Kirche Hl. Johannes der Täufer der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde vorlesen und luden alle Interessierten herzlich dazu ein (Daten und Einzelheiten siehe Menüpunkt “Termine”).
Pfarrerin Dorothee
Schaper und der Kölner Bürgermeister Manfred Wolf wiesen auf die Wichtigkeit der Leseförderung bei der Entwicklung von Kindern hin.
Dann performte Nini Tsiklauri mit ihrer Band vor dem begeisterten Publikum den „Lies für Toleranz!“-Hit „In meiner Welt“. Starker Auftakt!

Nini präsentiert den "Lies für Toleranz!"-Song

Shary Reeves interviewt Kinder

Shary Reeves und Pfarrerin Dorothee Schaper




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01. September 2010
Vom 2. September bis zum 8. Oktober 2010 wirbt eine ganz besondere Aktion für ein friedvolles Miteinander der unterschiedlichen religiösen und ethnischen Gruppen.
Die Vorlesereihe „Lies für Toleranz!“ präsentiert Texte der großen Weltregionen, in denen Kinder im Mittelpunkt stehen und in denen Kindern der Liebe Gott erklärt wird.
Kommen Sie zur großen Auftaktveranstaltung am 2. September um 12:00 Uhr im Excelsior Hotel Ernst, Trankgasse 1-5, in Köln!
Die Veranstaltungsreihe an Orten in Köln und Umgebung wurde vom “Deutschen Vorlesepreis 2010″ initiiert. Sie stellt das Verbindende der großen Religionen in den Mittelpunkt, wirbt für gegenseitige Toleranz und für das Vorlesen.
Unterstützt wird “Lies für Toleranz!” vom Erzbistum Köln der katholischen Kirche, vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, vom Dachverband Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V (DITIB), von der Synagogen-Gemeinde Köln, von der Griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Johannes der Täufer Brühl und vom Buddhistischen Zentrum StadtRaum in Köln.
Weitere Informationen und alle aktuellen Termine finden Sie laufend auf dieser Website.
Schauen Sie mal wieder vorbei!
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